• Eine Sähmaschine legt Samen die Zuckerrüben aus.
  • Nahaufnahme einer Zuckerrübe.

Blattkrankheiten

Die Fungizidbehandlung in den Rüben ist eine der wirtschaftlichsten Maßnahmen im Zuckerrübenanbau. Gerade bei frühem/starkem Befall und termingerechter Behandlung ist der Ertragsvorteil enorm. Der Behandlungszeitpunkt sollte möglichst nah an der Infektion liegen, da die Wirkstoffe nur eine begrenzte Wirkungsdauer besitzen und die Fungzide in erster Linie vorbeugend wirken.

Bei der Ermittlung der Schadschwelle gehen Sie diagonal durch den Bestand und entnehmen wahllos 100 Blätter aus dem mittleren Blattbereich. Dabei sollten Sie keine abgestorbene Blätter und keine Herzblätter entnehmen. Vorgewende und Randreihen sind auszusparen. Für die Schadschwelle ist der Summenwert aller Erreger zu ermitteln, wobei Blätter mit Mehrfachbefall nur einmal zählen.

Die Schadschwellen (Erstbehandlung)
bis 31. Juli: 5 von 100 Blättern befallen
bis 15. August: 15 von 100 Blättern befallen
ab 16. August: 45 von 100 Blättern befallen
Die Schadschwellen (Zweitbehandlung)
bis 15. August: 15 von 100 Blätter befallen
ab 15. August: 45 von 100 Blätter befallen
Fungizidempfehlungen:
Mittel Aufwand Wartezeit max. Anw. Kosten
Duett Ultra 0,6 l/ha 28 Tage 2-mal ca. 25 €/ha
Juwel 1,0 l/ha 28 Tage 1-mal ca. 43 €/ha
Ortiva(1) 0,5 l/ha 35 Tage 2-mal ca. 19 €/ha
Rubric 1,0 l/ha 28 Tage 2-mal ca. 26 €/ha
Sphere 0,35 l/ha 21 Tage 1-mal ca. 32 €/ha
Spyrale 1,0 l/ha 28 Tage 2-mal ca. 35 €/ha
(1) in Mischung mit einem Azol
Wichtig:
  • In Regionen mit hohem Rübenanteil ist bei der Erstbehandlung eine Mittelmischung aus Azol und Strobilurin, z.B. 1,0 l/ha Juwel oder 0,35 l/ha Sphere oder 0,5 l/ha Ortiva plus Mischpartner (1,0 l/ha Spyrale oder 1,0 l/ha Rubric oder 0,6 l/ha Duett Ultra) zu empfehlen.

  • Die Beimischung von 1,25 l/ha Funguran Progress (Kupfermittel) ist nur auf Standorten mit nicht ausreichender Fungizidwirkung (Resistenzen) erforderlich. 

  • Capitan, Cirkon und Domark haben in den Versuchen etwas schwächer abgeschnitten.

  • Höhere Wasseraufwandmengen (mind. 300 l/ha besser 400 l/ha) verbessern die Benetzung und damit Wirkung der Fungizide.

  • Die Bestände müssen abgetrocknet sein und es sollte mind. 1-2 Stunden nach der Behandlung nicht regnen.

  • Bei hohen Tages-Temperaturen ist eine Behandlung in den Morgenstunden (unter 20°C) am sinnvollsten. Keinesfalls schlafende Rüben.

  • Reduzierte Aufwandmengen und Mittelmischungen (Ausnahme: Ortiva+Azol) sind nicht zu empfehlen