• Eine Sähmaschine legt Samen die Zuckerrüben aus.
  • Nahaufnahme einer Zuckerrübe.

Stand der Rüben - 6. April 2020

Die Rübenaussaat in Franken ist weitgehend abgeschlossen. Der Großteil der rund 23.000 ha wurde bei klirrender Kälte und nicht immer einfachen Bodenverhältnissen gesät. Für Keimung und Feldaufgang ist jetzt entscheidend, dass die Ablage der Pillen im unbearbeiteten, feuchten Krumenbereich mit Kapillaranschluss nach unten erfolgte. Überall wo dies nicht geglückt ist, werden die Rüben -bei der anhaltenden Trockenheit- auf sich warten lassen.

Keimung/Feldaufgang

Aufgrund der starken Nachtfröste und niedrigen Bodentemperaturen war die Keimung und damit der Feldaufgang der Rüben deutlich ausgebremst. Erst jetzt mit den zunehmenden Temperaturen nimmt das Ganze langsam Fahrt auf. Wer die Bestandesdichte auszählen möchte, sollte über den Schlag verteilt mehrere Zählstrecken (siehe Beispiel) anlegen.

Mäusefraß

Auf einigen Schlägen sind bereits Mäuseschäden aufgetreten. Das Schadbild ist leicht zu erkennen. Die Mäuse kacken die Rübenpille, fressen den Keimling und die leeren Samenschalen liegen auf dem Feld. Oft sind es einzelne Reihen, wo wegen der Spur etwas flacher abgelegt und nicht ausreichend Boden-Deckung erreicht wurde. Die Bekämpfung der Mäuse mit Giftweizen oder Giftlinsen ist nur auf dem Acker und verdeckt erlaubt. Sinnvoll ist eine Ablenkungsfütterung mit Getreide außerhalb der Feldes (Feldrain, Wegränder bzw. Böschungen). Mit der Keimung ist die Gefahr des Pillenknackens durch die Mäuse vorbei.

Schnecken

Angesichts der Trockenheit ist mit keiner großen Schneckenaktivität zu rechnen. Dennoch sollten die Bestände -vor allem die Mulchsaatflächen- gelegentlich kontrolliert werden. Schnecken hinterlassen Schleimspuren und die typisch runden Löcher, wenn sie sich in den Boden zurückziehen. Der erste Schneckenfraß ist häufig an den Feldrändern zu erkennen, da die Schnecken von den Grünwegen und Rainen einwandern. Sinnvoll ist es an einigen Stellen Schneckenkorn unter einen feuchte Jute-Sack zu streuen. Zur Bekämpfung sind zugelassen: 3 kg/ha Mollustop oder Delicia-Schneckenlinsen oder 7 kg/ha Metarex. Schneckenfraß tritt vom Auflaufen bis zum 6 Blattstadium der Rüben auf.

Unkrautbekämpfung

Parallel mit den Rüben werden auch die Unkräuter auflaufen. Eine frühzeitige, dem Unkraut und der Unkrautgröße angepaßte Behandlung ist enorm wichtig, damit keine Unkräuter durchwachsen. Achten Sie bei den trockenen Bodenverhältnissen auf die richtige Düsentechnik und Wasseraufwandmenge. Feintropfige Düsen und max. 200 l/ha Wasser erhöhen die Blattaktivität.

Die Standardempfehlung zur 1. NAK:

1,25 l/ha Betanal maxxPro + 1,3 l/ha Goltix Titan

Schädlinge

Gemeinsam mit der staatlichen Beratung wird ab Keimblattstadium (BBCH 10) der Rüben wieder auf 8 Standorten im Einzugsgebiet der Zuckerfabrik Ochsenfurt das Schädlingsaufkommen wöchentlich bonitiert. Sollte wieder verstärkt der Rübenerdfloh auftreten, kann in der NAK ein Pyrethroid, d.h. Insektizid wie z.B. Karate Zeon, Jaguar oder Shock Down beigemischt werden. Der Bekämpfungsrichtwert (Schadschwelle) liegt bei 20 % Blattflächenverlust oder 40 % befallener Pflanzen.