• Eine Sähmaschine legt Samen die Zuckerrüben aus.
  • Nahaufnahme einer Zuckerrübe.

Stand der Rüben - 9. April 2021

Die Rübenaussaat in Franken ist - bis auf wenige Ausnahmen - abgeschlossen. Nach dem die ersten Rüben bereits um den 10. März gesät wurden, startete die Hauptsaat am 25. März. Mit einer beeindruckenden Schlagkraft konnte das Gros der Schläge innerhalb einer Wochen bei besten Saat- und Witterungsbedingungen in den Boden gebracht werden. Vorbildlich haben alle Beteiligten die Auflagen der Notfallzulassung für die Cruiser-Beize umgesetzt.

Keimung/Feldaufgang

Vielerorts ist die Ablage der Pille im feuchten, unbearbeiteten Saathorizont hervorragend geglückt. Die warmen Temperaturen in der Osterwoche sorgten für einen schnellen Start der Keimung. Extrem ausgebremst wurde der Feldaufgang durch den erneuten Wintereinbruch nach Ostern. Auf einigen Schlägen sind auch Pflanzenausfälle aufgetreten. Für eine fundierte Beurteilung des Feldaufgangs sollte über den Schlag verteilt mehrere Zählstrecken (siehe Beispiel) angelegt werden.

Mäusefraß

Das Schadbild ist leicht zu erkennen. Die Mäuse kacken die Rübenpille, fressen den Keimling und die leeren Samenschalen liegen auf dem Feld. Oft sind es einzelne Reihen, wo wegen der Spur etwas flacher abgelegt und nicht ausreichend Boden-Deckung erreicht wurde. Die Bekämpfung der Mäuse mit Giftweizen oder Giftlinsen ist nur auf dem Acker und verdeckt erlaubt. Sinnvoll ist eine Ablenkungsfütterung mit Getreide außerhalb der Feldes (Feldrain, Wegränder bzw. Böschungen). Mit der Keimung ist die Gefahr des Pillenknackens durch die Mäuse vorbei.

Schnecken

Sobald die Rüben aufgelaufen sind, sollten die Schläge - vor allem die Mulchsaaten - regelmäßig auf Schneckenfraß kontrolliert werden. Schnecken hinterlassen Schleimspuren und die typisch runden Löcher, wenn sie sich in den Boden zurückziehen. Der erste Schneckenfraß ist häufig an den Feldrändern zu erkennen, da die Schnecken von den Grünwegen und Rainen einwandern. Sinnvoll ist es an einigen Stellen Schneckenkorn unter einen feuchte Jute-Sack zu streuen. Zur Bekämpfung sind zugelassen: 3 kg/ha Mollustop oder Delicia-Schneckenlinsen oder 7 kg/ha Metarex. Schneckenfraß tritt vom Auflaufen bis zum 6 Blattstadium der Rüben auf.

Unkrautbekämpfung

Parallel mit den Rüben werden auch die Unkräuter auflaufen. Eine frühzeitige, dem Unkraut und der Unkrautgröße angepaßte Behandlung ist enorm wichtig, damit keine Unkräuter durchwachsen. Achten Sie bei trockenen Bodenverhältnissen auf die richtige Düsentechnik und Wasseraufwandmenge. Feintropfige Düsen und max. 200 l/ha Wasser erhöhen die Blattaktivität.

Die Standardempfehlung zur 1. NAK:

Blattaktives Herbizid:

1 l/ha Betanal Tandem oder 1,25 Belvedere Duo oder 2 l/ha Betasana SC + 0,5 l/ha Ethofumesat

Bodenwirkstoff:

1,3 l/ha Goltix Titan oder 1 l/ha Metafol oder 1 l/ha Goltix Gold oder 1 l/ha Nymeo

Wirkungsverstärkung/Öl:

0,5-1 l/ha Access oder 0,25-0,5 l/ha Hasten oder 0,5-1 l/ha Mero

Öl-Aufwandmenge der Witterung und Unkrautgröße anpassen!

Schädlinge

Gemeinsam mit der staatlichen Beratung werden wir voraussichtlich ab 20. April auf 20 Standorten im Einzugsgebiet der Zuckerfabrik das Schädlingsaufkommen wöchentlich bonitieren. Bei der Auswahl der Schläge haben wir darauf geachtet, dass 10 Boniturstandorte mit Cruiser und 10 Standorte mit Force gebeizt sind. Sollte - vor allem auf den Force-Standorten - wieder verstärkt der Rübenerdfloh auftreten, kann in der NAK ein Pyrethroid, d.h. Insektizid wie z.B. Karate Zeon, Jaguar oder Shock Down beigemischt werden. Der Bekämpfungsrichtwert (Schadschwelle) liegt bei 20 % Blattflächenverlust oder 40 % befallener Pflanzen.